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e-Commerce Day Fachbeitrag Sourcing für Onlinehändler

May 17, 2019

Im Veranstaltungsmagazin zum 10. e-Commerce-Day von Real erscheint ein Fachbeitrag von zentrada-Deutschland Managerin Martina Schimmel zum Thema „Sourcing für Onlinehändler – Import aus China versus Einkauf in der EU – Wann ist was sinnvoll?“

 

Hier der Beitrag im Ganzen:

Sourcing für Onlinehändler –

Import aus China versus Einkauf in der EU – Wann ist was sinnvoll?

 

„Im Einkauf liegt der Gewinn“, diese bekannte Handelsweisheit gilt heute mehr denn je. Gerade Onlinehändler stehen auf der Verkaufsseite permanent im preislichen Wettbewerbskampf. Dieser Beitrag zeigt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Einkaufsstrategien auf und gibt Tipps,worauf Onlinehändler achten sollten.

 

Der Import aus China

Die Hauptargumente für den Import aus China sind in der Regel der günstige Netto-Stück-Preis sowie die große Auswahl an Produkten undHerstellern und die große Flexibilität in Richtung individuelle Herstellung. Im Allgemeinen sind die chinesischen Hersteller auch bereit mit jedem Händlerzusammen zu arbeiten, der bezahlen kann. In Europa muss man dagegen häufig erst einmal ein „Bewerbungsverfahren“ durchlaufen, bei dem an dem Punkt„Onlinehändler und Verkauf auf Marktplätzen“ auch schnell einmal eine Absagekommt.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch klare Nachteile bei einem Lieferanten aus Fernost. Je nach Produktgruppen und Frachtmöglichkeiten muss in China eine deutlich höhere Menge gekauft werden als in Europa. Denn bei großen und/oder schweren Produkten rechnet sich häufig nur der Seeweg für den Transport. Dort führen jedoch schon die Handlingkosten am Hafen dazu, dass die chinesischen Produzenten in dem entsprechenden Produktsegment nur Aufträge über 5000 Dollar Wert annehmen. Diese Einschränkungen gibt es beispielsweise im Bereich Dekoration und Polyresin. Dagegen sind Produkte aus dem Bereich Fashion oder Elektronik in der Regel in kleinen Mengen einfach über Luftfracht zu versenden. Auf jeden Fall sind die Logistikkosten aber aufgrund der großen Distanz höher und der Transport dauert länger als beim Bezug in Europa, so dassman in diesem Bereich immer langfristiger planen muss. Bei Seefracht muss man insgesamt mit zirka 8 Wochen rechnen, 4 Wochen für den reinen Seeweg, der Rest fällt für Vor- und Nachlauf am Hafen und im jeweiligen Land an.

In der Regel wird der Chinese auch Individualisierungen erst ab einer gewissen Menge anbieten. Die Sprachbarriere kann die Kommunikation schwierig gestalten. All diese Punkte führen dazu, dass das Risiko, dass letztlich etwas schief geht, höher ist als beim Einkauf bei einem etablierten Hersteller oder Importeur.

Wenn sich ein Onlinehändler für den Import aus China entscheidet, muss er beachten, dass er damit zum Quasi-Hersteller wird und dafür gerade stehen muss, dass das Produkt sämtlichen Richtlinien und Normen inder EU entspricht (Stichwort Konformitätserklärung).

Beschaffung innerhalb der EU

Die Nachteile der Beschaffung in Fernost bilden die Basis für die Vorzüge des EU-Sourcing. Händler können hier bereits produzierte Handelsware in kleinen Mengen einkaufen, und bei Bedarf schnell und flexibel nachkaufen. Für die Einhaltung aller Vorschriften ist der Importeur zuständig,der an den Händler verkauft. Zeigen sich Probleme mit fehlenden CE-Zeichen (ich erinnere an die Import- und Zollmisere der Handspinner im Frühjahr 2017) kann der Händler seinen Lieferanten in Regress nehmen und für eventuelle Schäden haftbar machen. Demgegenüber stehen die höheren Stückpreise beim Einkauf. Ein genaues Kalkulieren mit allen Kosten (inclusive Fracht, Zoll und Finanzierungetc.) ist deshalb nötig.

Eine allgemein gültige Strategie Entweder-Oder macht aus den vorgenannten Gründen für den Onlinehandel keinen Sinn. Erfahrene Onlinehändler kaufen deshalb sowohl in Asien als auch in Europa ein.

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